Das zeigt das Ergebnis der bundesweiten Versichertenbefragung zur Pflegebegutachtung, in deren Rahmen eine externe wissenschaftliche Stelle etwa 1400 anonymisierte Fragebögen aus dem Jahr 2025 für den Medizinischen Dienst Sachsen-Anhalt ausgewertet hat.
„Mit 20.895 Telefoninterviews wurden rund 18 % der Pflegebegutachtungen auf diesem Wege umgesetzt. Ein nächster Schritt sollte die Videobegutachtung sein, um das Wohnumfeld der Menschen noch besser einzubeziehen. Damit dafür eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden kann, beteiligen wir uns in einem wissenschaftlichen Projekt“, sagt Vorstandsvorsitzender Jens Hennicke vom Medizinischen Dienst Sachsen-Anhalt. „Der Ausbau und Einsatz digitaler Möglichkeiten kann für alle, die an einer Pflegebegutachtung beteiligt sind, ein Vorteil sein.“
Die Rückmeldungen der begutachteten Personen und ihrer Angehörigen bescheinigen dem Medizinischen Sachsen-Anhalt eine gute Qualität bei der Umsetzung der Pflegebegutachtung. Im Hausbesuch liegt die Zufriedenheit bei 89,2 % und bei der telefonischen Begutachtung bei 84,6 %. Ein Ergebnis, das bestätigt, dass die Pflegebegutachtung aus Sicht der antragstellenden Personen bzw. ihrer Angehörigen gut organisiert ist.
Gutachterinnen und Gutachter in Sachsen-Anhalt in wichtigen Punkten besonders gut
Neben der Zufriedenheit meldeten die begutachteten Personen oder ihre Angehörigen auch zurück, wie wichtig ihnen die einzelnen Themen der Fragen sind. Aus den bundesweiten Rückmeldungen aller Medizinischer Dienste ergab sich je eine Top 3 in puncto Wichtigkeit für den Hausbesuch (Kompetenz, Verständlichkeit und genügend Zeit, um wichtige Punkte zu besprechen) und das Telefoninterview (Kompetenz, Eingehen auf die individuelle Pflegesituation und ein respektvoller, einfühlsamer Umgang). Fünf von sechs der wesentlichen Kriterien erfüllen die Gutachterinnen und Gutachter in Sachsen-Anhalt zur besten Zufrie-denheit.
„Wir freuen uns, dass so viele Menschen unsere Pflegefachkräfte als kompetent, verständlich, geduldig und hilfreich in Bezug auf die Pflegesituation anerkennen. Das ist eine wichtige Wertschätzung der hohen Professionalität, mit der unsere Gutachterinnen und Gutachter die Pflegebedürftigen unterstützen. Sie schätzen nicht nur den Pflegebedarf ein, sondern emp-fehlen Hilfs- oder Heilmittel, therapeutische Maßnahmen wie Physio- oder Ergotherapie, Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes oder eine Reha, um die Selbständigkeit zu erhalten und/oder eine Zunahme von Pflegebedürftigkeit zu verzögern oder präventiv zu verhindern“, so Hennicke.
Hintergrund:
Mit 123.305 pflegefachlichen Empfehlungen unterstützten die Gutachterinnen und Gutachter des Medizinischen Dienstes Sachsen-Anhalt im Jahr 2025 die pflegerische Versorgung im Land. Die Frage, in welchem Umfang ein Pflegebedarf besteht, wurde 114.771-mal beantwortet.
Seit 2014 wird jedes Jahr ein prozentualer Anteil der begutachteten Menschen zufällig ausgewählt und zu den Erfahrungen mit der Pflegebegutachtung befragt. Dafür wird im Nachgang der Pflegebegutachtung ein anonymisierter Fragebogen verschickt, mit dem die Gutachterinnen und Gutachter sowie der Ablauf der Pflegebegutachtung bewertet werden kann.
Die Resonanz auf die Befragung zeigt deutlich das Interesse der Versicherten an der Pflegebegutachtung und die damit verbundene hohe Bereitschaft, eine Rückmeldung zu geben. Die Erkenntnisse aus der Versichertenbefragung nutzt der Medizinische Dienst Sachsen-Anhalt, um seine Abläufe stetig zu verbessern.